5 Tipps, um Stress besser zu regulieren und abends leichter zu schlafen

Willkommen beim Besser Schlafen Podcast

Folge #158

Stress lässt sich nicht einfach „wegmeditieren“. Unser Nervensystem reagiert biologisch auf Belastung – und wenn wir tagsüber dauerhaft im Alarmmodus sind, fällt Erholung am Abend schwer. Genau darum geht es in dieser Folge des BESSER SCHLAFEN Podcasts: Stress verstehen, den Körper mitnehmen und lernen, wie kleine Veränderungen im Alltag unser Nervensystem regulieren können – bevor wir ins Bett gehen.

Warum macht Stress müde – und gleichzeitig schlaflos?

Stress versetzt unseren Körper in einen Alarm- und Leistungsbereitschaftsmodus. Das Nervensystem bewertet dann: Wach bleiben ist gerade wichtiger als Erholung.
Das erklärt, warum wir uns abends erschöpft fühlen, aber trotzdem nicht zur Ruhe kommen. Nicht, weil wir „nicht gut abschalten können“, sondern weil der Körper noch auf Aktion eingestellt ist.

In der Episode erklären wir: Stress ist subjektiv. Was die eine Person kaum berührt, kann für eine andere den ganzen Tag überschatten. Entscheidend ist nicht der Stressor selbst – sondern wie viel Aktivierung unser Nervensystem gerade verkraftet.

Tipp 1: Verstehe dein persönliches Stresstoleranzfenster

Jeder Mensch hat ein eigenes sogenanntes Stresstoleranzfenster.
Solange wir uns innerhalb dieses Fensters bewegen, können wir denken, fühlen, reagieren und uns wieder beruhigen.

Überschreiten wir es, rutschen wir in Überlebensstrategien:

  • Überaktivierung (Kampf oder Flucht)
  • Untererregung (Abschalten, Erschöpfung)

Schlaf, Ernährung, Lebensstil und Ressourcen beeinflussen, wie groß dieses Fenster ist. Nach einer schlechten Nacht ist es oft deutlich kleiner – wir sind reizbarer und schneller überfordert.

Tipp 2: Erkenne, ob dein Körper zu viel oder zu wenig Energie hat

Ein wichtiger Punkt aus der Folge:
Nicht jede Entspannungstechnik passt zu jedem Zustand.

  • Wenn du überaktiviert bist, ist viel Energie im System. Dann braucht der Körper Bewegung: Schütteln, Gehen, Springen, Boxen in die Luft.
  • Wenn du untererregt bist, helfen kleine, sanfte Impulse: langsame Bewegungen, Pendeln, minimale Aktivierung.
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Meditation kann helfen – muss aber nicht. Wenn sie gerade nicht funktioniert, ist das kein persönliches Versagen, sondern Biologie.

Tipp 3: Nimm den Körper mit – nicht nur den Kopf

Etwa 80 % der Signale laufen vom Körper zum Gehirn, nicht umgekehrt.
Das heißt: Wir können uns nicht einfach „entspannt denken“. Regulation braucht den Körper.

Deshalb ist es oft wirksamer, körperlich anzusetzen, statt nur mental. Kleine Bewegungen, bewusstes Atmen oder ein kurzer Check-in mit dem Körper können mehr bewirken als stundenlanges Grübeln.

Tipp 4: Nutze den physiologischen Seufzer im Alltag

Ein konkretes Tool aus der Episode ist der physiologische Seufzer:

  • Tief durch die Nase einatmen
  • Oben einen kurzen zweiten Atemzug setzen
  • Lang durch den Mund ausatmen

Das geht überall – auch unauffällig im Alltag.
Er ersetzt keine langfristige Regulation, kann aber akut helfen, den Stresspegel zu senken.

Tipp 5: Schlaf beginnt nicht abends – sondern tagsüber

Eine der wichtigsten Aussagen der Folge:
Unsere Schlafqualität hängt nicht davon ab, was wir abends machen, sondern davon, wie wir den ganzen Tag mit Stress umgehen.

Kleine Pausen, kurze Check-ins und bewusste Regulation tagsüber können das Stresstoleranzfenster weiten. Das macht uns abends widerstandsfähiger – und Erholung wieder möglich.

Stress bewältigen & besser schlafen

In dieser Episode des BESSER SCHLAFEN Podcasts sprechen wir ehrlich darüber, warum viele klassische Entspannungstipps nicht immer greifen – und warum das nichts mit Disziplin oder Willenskraft zu tun hat.
Wenn du verstehen möchtest, wie Stress wirklich wirkt und wie du liebevoller mit deinem Nervensystem umgehen kannst, lohnt es sich, reinzuhören.

Manchmal reicht schon ein neues Verständnis – und ein bisschen mehr Freundlichkeit mit sich selbst.

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