Wie oft nachts auf Toilette zu gehen ist normal?

Wieso müssen wir Nachts zur Toilette Mit Werner Cassel

Willkommen beim Besser Schlafen Podcast

Folge #101

Wer nachts ein- oder zweimal zur Toilette muss, befindet sich meist noch im Normalbereich. Oft ist nicht die Blase der Grund für das Erwachen, sondern ein ohnehin leichter Schlaf am Ende eines Schlafzyklus, der den Harndrang erst bewusst macht.

In dieser Episode des „Besser Schlafen Podcasts“ spreche ich mit dem Diplom-Psychologen und Schlafforscher Werner Cassel. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Schlafmedizin und erklärt uns heute, warum unser Körper nachts eigentlich ein spezielles Hormon (ADH) produziert, um die Urinproduktion zu drosseln – und warum das trotzdem nicht immer funktioniert.

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Erfahre im Gespräch, warum Apfelwein und scharfe Burritos keine gute Vorbereitung auf die Nacht sind und warum Werner Cassel nachts das Licht komplett auslässt.

Nachts oft zur Toilette: Ursache oder Symptom?

Oft denken Betroffene, der Harndrang sei der Grund für das Erwachen. Die Schlafforschung zeigt jedoch: Wir werden pro Nacht durchschnittlich 25-mal kurz wach. In diesen Phasen des Leichtschlafs wird uns der Blasendruck plötzlich bewusst. Das Problem ist also oft nicht eine schwache Blase, sondern ein fragmentierter Schlaf, der uns zu oft in diesen bewussten Zustand holt.

Ein wichtiger Faktor ist das Hormon ADH (Antidiuretisches Hormon). Es sorgt normalerweise dafür, dass die Nieren nachts weniger Urin produzieren. Ist der Schlaf jedoch gestört – etwa durch Stress, Alkohol oder das Alter – funktioniert dieser Schutzmechanismus nicht optimal, und es kommt zu nachts häufigem Harndrang.

Tipps gegen den nachts häufigen Harndrang

Aus meiner täglichen Praxis als Schlafexpertin weiß ich: Oft ist es der Druck, den wir uns selbst machen („Ich MUSS jetzt sofort wieder einschlafen“), der uns wach hält. Werner und ich haben im Podcast einige wertvolle Tipps gesammelt, wie du die Toilette nachts meisterst, ohne dein Gehirn komplett hochzufahren:

  1. Das 2-Stunden-Fenster: Versuche, etwa 90 Minuten bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen die Trinkmenge deutlich zu reduzieren.
  2. Licht auslassen: Helles Licht (besonders blaues Licht im Bad) signalisiert deinem Gehirn „Tag“. Nutze lieber kleine Nachtlichter mit Bewegungsmelder auf Fußhöhe.
  3. Kein Blick auf die Uhr: Das ist einer der häufigsten Fehler. Wer die Uhrzeit checkt, fängt an zu rechnen („Nur noch 4 Stunden bis zum Aufstehen!“). Das erzeugt Stresshormone, die das Einschlafen blockieren.
  4. Kontrolle abgeben: Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Akzeptiere das Aufstehen als kurzen Boxenstopp und genieße danach das befreite Gefühl, wenn du dich wieder in die Kissen kuschelst.
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Wann wird es medizinisch relevant?

Während nachts 1-2 mal raus zu müssen völlig okay ist, kann häufigerer Harndrang die Schlafqualität massiv mindern. Werner Cassel weist darauf hin, dass dies im Alter zunimmt – bei Männern oft bedingt durch die Prostata, bei Frauen durch anatomische Veränderungen. Wenn du jedoch das Gefühl hast, dass dein Schlaf nur noch aus Toilettengängen besteht, kann dies auch ein Hinweis auf schlafmedizinische Probleme wie Schlafapnoe sein.

Key Takeaways: Hilfe bei nächtlichem Harndrang

  • Biologische Fakten: Einmaliges Aufstehen ist normal; nachts wird die Urinproduktion durch das Hormon ADH natürlich gedrosselt.
  • Schlafzyklen nutzen: Wir wachen oft nach den 90-minütigen Zyklen auf – spürst du dann die Blase, ist das oft nur das Resultat des ohnehin leichten Schlafs.
  • Richtiges Verhalten: Kein helles Licht, kein Blick auf die Uhr und nach dem Gang zur Toilette bewusst die Entspannung genießen.
  • Vermeidung: Alkohol und spätes, exzessives Trinken sind die häufigsten Auslöser für nachts zu oft auf Toilette gehen.
  • Expertentipp: Konzentriere dich beim Wiedereinschlafen auf das befreite Gefühl („Endlich nicht mehr müssen“) statt auf den Zeitverlust.

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