Willkommen beim Besser Schlafen Podcast
Folge #128
Mouth Taping ist weit mehr als ein Social-Media-Trend. Durch das gezielte Zukleben des Mundes wird die physiologisch wertvolle Nasenatmung gefördert, was Schnarchen reduzieren und die Schlafqualität steigern kann. Doch für wen ist das Mund-Zukleben geeignet und worauf sollte man unbedingt achten?
In dieser Episode vom „Besser Schlafen Podcast“ spreche ich mit Dr. Albrecht Vorster, Schlafforscher und Leiter des Swiss Sleep House der Uniklinik Bern. Wir haben beide den Selbstversuch gewagt. Albrecht erklärt, warum die Nase nachts unser wichtigster Filter ist und warum er das Thema Mouth Taping trotz der noch jungen Studienlage für einen extrem spannenden Ansatz hält.
Podcast-Episode: Jetzt Mouth Taping Erfahrungen hören
Höre direkt rein und erfahre, warum Albrecht nachts „vorgeschnarcht“ hat und warum ich nach meinem Selbstversuch plötzlich einen extremen Rededrang verspürt habe.
Warum die Nasenatmung nachts der Goldstandard ist
Die Nase ist kein passives Organ. Laut Albrecht Vorster hat sie nachts drei essenzielle Aufgaben, die bei der Mundatmung komplett wegfallen. Wenn wir durch die Nase atmen, wird die Luft gereinigt, befeuchtet und erwärmt. Ein feuchter Rachenraum ist die Basis für ein funktionierendes Immunsystem. Trocknet der Mund nachts aus, haben Viren und Bakterien leichtes Spiel, was das Risiko für Infekte und sogar Zahnprobleme wie Karies erhöhen kann.
Mouth Taping gegen Schnarchen: Wie es funktioniert
Einer der größten Mouth Taping Vorteile ist die mechanische Unterstützung der Kieferposition. Wenn der Mund offen steht, fällt der Unterkiefer samt Zunge leichter nach hinten. Das verengt den Atemweg und löst das typische Schnarchgeräusch aus. Albrecht Vorster erklärt im Podcast, dass das Tape als sanfter „Reminder“ dient, den Kiefer stabil zu halten. Das Ergebnis sind oft weniger Vibrationen im Rachen und eine deutliche Reduktion der Schnarchintensität.
Mouth Taping Anleitung: So startest du sicher
Wenn du Mouth Taping ausprobieren möchtest, solltest du nicht ohne es zu testen starten.
- Testphase: Klebe dir das Tape tagsüber für 15 Minuten auf, während du liest oder fernsiehst. So verlierst du die Angst vor der geschlossenen Atmung.
- Vorbereitung: Die Lippen sollten trocken und fettfrei sein, damit das Tape die ganze Nacht hält.
- Position: Es reicht oft schon ein vertikaler Streifen über die Mitte der Lippen, man muss nicht den kompletten Mund „versiegeln“.
Ist Mouth Taping gefährlich?
Die Frage „Ist Mouth Taping gefährlich?“ ist berechtigt. Albrecht warnt im Podcast klar: Wenn die Nase verstopft ist (z. B. bei einer starken Erkältung oder Polypen), darf der Mund niemals zugeklebt werden. Dein Körper braucht einen Notfall-Atemweg. Auch bei starkem Übergewicht oder bekannter Schlafapnoe sollte das Tape nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwendet werden.
Warum Mundatmer nachts öfter Durst haben
Zu meiner Expertise als Schlafberaterin gehört auch die Beobachtung kleiner Details: Wenn du morgens mit einem extrem trockenen Mund aufwachst oder nachts ständig zum Wasserglas greifen musst, ist das ein klares Indiz für Mundatmung. In dieser Episode vom „Besser Schlafen Podcast“ besprechen wir, wie Mouth Taping diesen Teufelskreis durchbricht, indem es die Feuchtigkeit im Rachenraum hält und so auch deine Zahngesundheit schützt.
Hilft das Mund-Zukleben beim Schnarchen?
- Nasenatmung nutzen: Die Nase filtert, befeuchtet und erwärmt die Atemluft – das schützt Lunge und Immunsystem effektiv vor Austrocknung.
- Schnarch-Reduktion: Durch den geschlossenen Mund bleibt der Kiefer stabil, was das Zurückfallen der Zunge und damit typische Schnarchgeräusche verhindert.
- Zahngesundheit: Ein feuchter Mundraum ist die beste Prävention gegen Karies, Parodontose und unangenehmen morgendlichen Mundgeruch.
- Sicherheit zuerst: Tapen ist nur bei freier Nase sinnvoll. Bei Atemaussetzern oder starkem Übergewicht solltest du vorab ärztlichen Rat einholen.
- Tagestraining: Wer tagsüber konsequent darauf achtet, den Mund geschlossen zu halten, profitiert nachts von einem trainierten Reflex.







